uninteressantes Geschwafel einer unerhörten Philosophin

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Zeitlupe

Selbstmord an Weihnachten.

Winterzeit. Dunkelheit. Kälte. Leere. Angst. Depressionen.
Kerzen. Licht. Schneedecke. Fülle. Hoffnung. Advent.

Weihnachten. Eine Lebenseinstellung?

Tiefster Winter mit Schlittenfahrten, Kaminfeuer und Glühwein, Gebäck und Apfelsinen. Schöne Vorstellung, wenn man in Gesellschaft ist, wenn man Freunde hat. Partner.
Für denjenigen, der niemanden bei sich hat, den er mag und der auch ihn mag, denjenigen, der keinen Ort hat, an dem er willkommen ist und zu dem er zurückkehren kann, an dem er von seinen Sorgen befreit sein kann, weil er verstanden wird, für den mag das Erinnerung sein und in dem macht sich die Sehnsucht breit. Derjenige, der nicht die menschliche Wärme spürt, die das Leben lebenswert macht, der fühlt hierbei nur umso mehr seine eigene Verlorenheit. Sie wird ein Loch, das in die Seele gefressen, mit der Zeit größer und schwärzer wird. Das Gefühl, von Gott, wenn man ihn kennt, von den Menschen, wenn man sie kannte, verlassen worden zu sein, das Gefühl, sein Leben nicht mehr ertragen zu können, weil es zu schwer für einen geworden ist und die eigene Stärke mit der zu tragenden Last nicht gewachsen ist, das Gefühl, sein Leben nicht mehr ertragen zu können, weil es zu leicht geworden ist, weil der Sinn des Ganzen verlorengegangen ist, zusammen mit dem Gegenstand der einstigen Aufmerksamkeit.
Die ach so liebe Familie, die keifend um den Weihnachtsbaum sitzt, Verletzungen statt Geschenke austauscht und keine Liebe mehr gibt, sondern Verachtung. Die Familie, die sich nur traf, um den Schein nach außen zu wahren. Der Streit, der darüber entflammt, wie man den Baum schmückt oder welche Plätzchen man den Nachbarn schickt und immer öfter in Tränen, Wut und Türenknallen endet. Das oder Resignation. Kein Zuhause mehr zu haben, keine Liebe mehr zu empfinden. Weder zu sich selbst, weil man sich verabscheut dafür, zu sein wie man ist, noch zu anderen, weil man sich verhaßt vorkommt in seiner Umgebung. Alle gegen einen, einer gegen alle. Ein Chaos der totalen Konfrontation. Gibt es einen Ausweg?
Ist im Tod nicht all die Ruhe, die zu vermissen man in all den schmerzlichen Jahren gelernt hat? Ist im Tod nicht das Willkommen, die Geborgenheit und das Vergessen, das man so ersehnt hatte? Und wenn man wählen kann, zwischen einer Erlösung von den Qualen der eigenen Gedanken und der Fortführung allen empfundenen Elends? Wenn man die Möglichkeit wahrnimmt, die jedem freien Menschen gegeben ist, der entscheiden kann über seinen eigenen Überlebenswillen? Wenn die Antwort nicht Ja, sondern Nein lautet? Der Freitod die letzte Wahl ist, weil man nicht mehr warten möchte auf die Befreiung durch höhere Mächte? Ist ein Mensch zu verurteilen, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und sich umbringt, statt sich voranzubringen?
Weihnachten, das Fest der Liebe. Das Fest der Liebe Gottes, der unendlichen Liebe. Denn Gott hat seinen Sohn in diese unfreundliche Welt gesandt, um den Ausgestoßenen Wärme zu geben, den Verlassenen Hoffnung, den Verachteten Liebe. Achte selbst darauf, wie es bei dir und deiner Familie aussieht. Ob der Schein nach außen gewahrt wird, oder ob die Liebe zusammen mit der Aufrichtigkeit an das Tageslicht bricht. Ob der Egoismus jedes einzelnen zugunsten einer Gemeinschaft soweit eingeschränkt werden kann, dass ein Miteinander wieder möglich wird, ohne sich selbst aufgeben zu müssen. Nächstenliebe heißt das Zauberwort. Und Mut zum Neuanfang. Unter der Voraussetzung, dass man, ebenso wie mit seiner Umwelt, auch mit seiner Innenwelt zurechtkommt, kann diese Herausforderung gemeistert werden. Denn die Portion Eigenliebe ist immer noch die Bedingung, um andere ebenso zu lieben.
19.10.06 20:21


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